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Wer das war
1924–1996 · attrice teatrale, attrice cinematografica e scrittrice italiana (1924-1996) · Catania
Goliarda Sapienza war eine italienische Schauspielerin, Schriftstellerin und Partisanin. Am bekanntesten ist sie für ihren erstmals 1998 erschienenen Roman L’arte della gioia.
Kindheit und Jugend
Goliarda Sapienza wurde am 10. Mai 1924 in Catania, Sizilien, als Tochter von Maria Giudice (1880–1953) und Giuseppe „Peppino“ Sapienza (1880–1949) geboren. Ihre Mutter, eine prominente Journalistin, stammte aus der Lombardei und war eine feministische Aktivistin sowie ein prominentes Mitglied der Sozialistischen Partei Italiens, die wegen ihrer Überzeugungen wiederholt inhaftiert worden war. Giudice arbeitete mit nationalen und internationalen linken Intellektuellen zusammen, darunter Angelica Balabanoff, Antonio Gramsci, Lenin und Umberto Terracini. Sie hatte eine „freie gewerkschaftliche“ Beziehung mit Carlo Civardi, der als Soldat im Ersten Weltkrieg gefallen war und ihr sieben Kinder hinterlassen hatte. 1919 zog Giudice nach Sizilien, um bei der Organisation der örtlichen sozialistischen Organisationen und Gewerkschaften mitzuhelfen. Dort, in Catania, lernte sie Peppino Sapienza kennen, der aus der Arbeiterklasse stammte und Rechtsanwalt geworden war. Er war später an der Ausarbeitung der italienischen Verfassung beteiligt.
Giudice und Sapienza gründeten eine gemeinsame Familie (obwohl sie nie heirateten). Goliarda Sapienza war ihr zweites gemeinsames Kind und wurde nach ihrem Bruder Goliardo benannt, der vor ihrer Geburt gestorben war.
Sie hatte viele Stiefgeschwister aus den früheren Familien ihrer Eltern, die zusammen in einem Haus in der Via Pistone in Catania lebten. Giudice war eine Zeit lang der Manager des italienischen marxistischen Philosophen Antonio Gramsci bei der Zeitung Grido del Popolo, der als Babysitter für Sapienzas ältere Geschwister fungiert hatte.
Goliarda Sapienza verbrachte ihre Kindheit in einem nonkonformistischen, feministischen, antifaschistischen und antiklerikalen Umfeld. Darin war sie einer Mischung aus…
Nach ihrem Tod finanzierte ihr Ehemann Angelo Pellegrino 1998 die vollständige Veröffentlichung von 1000 Exemplaren von L’arte della gioia durch Stampa Alternativa.
Einige Jahre später schickte er einige Exemplare zur Frankfurter Buchmesse, wo der Roman einem deutschen Verleger auffiel, der ihn für ein vergessenes Meisterwerk hielt und eine Veröffentlichung in Deutschland veranlasste. Der deutsche Verleger gab ihn auch an einen Verleger in Frankreich weiter, wo bis 2013 300.000 Exemplare in gebundener Form verkauft wurden.
Der Erfolg der französischen, deutschen und spanischen Ausgaben brachte Sapienza Vergleiche mit D. H. Lawrence und Stendhal ein. Daraufhin veröffentlichte der italienische Verlag Einaudi 2008 eine Ausgabe, die ihr Werk in Italien bekannt machte.
Dieser Erfolg führte zur Veröffentlichung zahlreicher weiterer Werke Sapienzas, vor allem des kurzen halb-autobiografischen Romans Io, Jean Gabin (2010), zweier Gedichtsammlungen, Siciliane (in sizilianischem Dialekt) und Ancestrale, sowie der Kurzgeschichte Elogio del bar; eine Auswahl von Gedanken aus den Tagebüchern des Schriftstellers, die in den Bänden Il vizio di parlare a me stessa und La mia parte di gioia zusammengefasst sind; eine Sammlung von Theaterstücken und Filmsujets, Tre pièces e soggetti cinematografici; und schließlich der Roman Appuntamento a Positano. 2022 veröffentlichte der Aufbau Verlag Die Kunst der Freude, übersetzt von Esther Hansen und Constanze Neumann.
Da es ihre Heldin Erica tatsächlich gab und Goliarda selbst in dem Roman vorkommt, gehört Wiedersehen in Positano zur Autobiografia delle contradizione, jenem Zyklus, den sie 1967 mit Lettera aperta begann. Das hat sie auch selbst so gesehen. Doch vor allem wollte sie von den anderen erzählen, die für sie wichtiger waren als ihre eigene Person und die einen wesentlichen Teil ihres Lebens waren. Deshalb verdienen sie es, dass Goliarda an sie erinnert und sie an die Leserinnen und Leser weitergibt.
Über ihren Roman Tage in Rebibbia (München, 2022) schreibt die Süddeutsche Zeitung am 6. September 2022: „Es handelt sich um einen kraftvollen Bericht, der die Nachtseite des modernen Italiens in den Blick nimmt. Die Ich-Erzählerin agiert unter Klarnamen, schildert die unzumutbare Enge, die unfassbare Verwahrlosung und die Gemeinschaft unter den Frauen. Ihr gelingt ein soziologisch tiefenscharfes Fresko, in dem sie den radical chic der Terroristinnen ebenso beschreibt wie die seelische Zerrüttung der Drogenabhängigen und die Zwangslage vieler Schließerinnen.“
Leyla Sophie Gleissner schreibt in Die Zeit vom 10. Februar 2023 über Sapienzas umfangreichen Roman Die Kunst der Freude: „Tatsächlich strotzt der Roman nur so vor Tabubrüchen. Vorpubertäre Masturbation, Kindesvergewaltigung, Muttermord, Inzest werden atmosphärisch und manchmal verstörend eindringlich beschrieben. Aber auch hier greift kein vorschnelles Urteil: Es geht in Die Kunst der Freude nicht darum zu schockieren, Gewalt zu banalisieren oder Täterverhalten verständlich zu machen. Grausamkeiten wird hier Raum gegeben, weil sich jemand verpflichtet hat, ein ganzes Leben zu erzählen. Und dieses Leben hier setzt sich zusammen aus dem, was weh tut wie auch dem, was guttut. Es kann sich bis zur Vernichtung erstrecken und…
1946: Un giorno nella vita
1949: Fabiola
1950: Persiane chiuse
1951: Behind Closed Shutters
1952: Altri tempi
1952: Männer ohne Tränen (La voce del silenzio)
1954: Senso
1955: Ulyssess
1955: Gli Sbandati
1970: Lettera aperta a un giornale della sera
1983: Dialogo di Roma
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