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Das Teatro Biondo Stabile ist das Theatergebäude an der Via Roma in Palermo. Es wurde von Nicolò Mineo entworfen, im Jahr 1903 eingeweiht und löste damit das noch in der Tradition des Klassizismus stehende Teatro Massimo ab. In dieser Zeit war in Palermo eine aufgeklärte Unternehmerbourgeoisie stilprägend, die auf moderne kulturelle Höhepunkte erpicht war. Das Teatro Biondo besitzt bauliche Elemente sowohl aus Historismus als auch aus dem Jugendstil. Die Wahl des Standortes im Herzen der alten Stadt erfolgte im Zuge des Umbaus und der Stadterweiterung um die Jahrhundertwende. In ganz Italien war zu der Zeit nach dem Risorgimento rege Bautätigkeit feststellbar; für Palermo gilt sie als Glanzzeit seines Kulturlebens.
Im ausgehenden 19. Jahrhundert hielt man neben dem Teatro Massimo, das vorwiegend für Opern genutzt wurde, den Bau eines weiteren Bühnenhauses in Palermo für notwendig, das Spielort vorwiegend für Schauspiel werden sollte. Die pompöse, tempelartig gestaltete Oper wurde als ein Symbol monumentaler Pracht interpretiert. Die neue Spielstätte sollte weniger protzig, sondern modern und angemessen für die wohlhabende Mittelschicht werden. Seine Errichtung war heftig umstritten. Verantwortlich waren die drei weltläufigen Brüder Biondo, wobei der älteste, der Anwalt Andrea Biondo (1867–1939), auch rechtlich die Verantwortung übernahm. Die Errichtung des Theaters war reiner Philanthropismus und die Finanzierung erfolgte völlig ohne staatliche Unterstützung.
Baugeschichte
Zum Bauleiter wurde der Architekt Nicolò Mineo bestimmt, der mit den Kollegen James Nicolai und Antonio Lo Bianco zusammenarbeitete. Dabei wurde auch ein baulich anschließender Wohnkomplex errichtet.
Der Bau wurde durch die Neutrassierung der Via Roma von 1885 erst möglich (Piano Regolatore), dessen Verwirklichung sich mehr als 25 Jahre hinzog. Das Teatro Biondo war dagegen bereits nach 16 Monaten zur neuen Spielzeit ab Oktober 1903 fertiggestellt. Der Bauplatz stand nicht in der Gunst der Theaterleute, die sich mit dem Politeama-Theater und einigen weiteren Bühnen in anderen Quartieren etabliert hatten.
Die Firsthöhe des Gebäudes entsprach denen der umliegenden Gebäude, die Gebäudefront war im Stil einer klassischen Theater-Basilika mit dezentem Mittelrisalit gestaltet und erstreckte sich über den ganzen Straßenblock zur Via Roma hin. Die Bauarbeiten wurden von Ferdinand Baronie durchgeführt; die Firma Li Vigni war für die Stuckarbeiten im Innen- und Außenbereich zuständig. Der Ingenieur Nicolai wachte über…
Der Theatersaal in Hufeisenform mit 22 mal 22 Meter hat 888 Plätze, davon 463 im Parterre sowie 162 in den Logen und 263 in den Rängen. Die Bühne misst 23 mal 15 Meter und besitzt eine 10 Meter tiefe Vorbühne.
Der Haupteingang ist von der Via Venezia zugänglich, wo sich auch eine Bar befindet. Von der Via Roma gelangt man ebenfalls in das Foyer, von dem aus über großzügige Treppen die oberen Stockwerke mit den Logen und Galerien sowie weitere Nebenräume erreicht werden können. Das gesamte, ovale Auditorium des Theatersaals ist über einer Kolonnadenreihe mit einer blau illuminierten Glaskuppel abgeschlossen, was dem Raum eine große Leichtigkeit verleiht. Die Kreuzrippen dieser Abdeckung sind mit reicher Jugendstilornamentik versehen.
Unter dem Zuschauerraum befindet sich ein großer Saal, der auch unabhängig von Theaterveranstaltungen genutzt werden kann. Er fasst 100 Personen und wurde 1997 nach dessen plötzlichem Tod nach dem bekannten italienischen Theaterregisseur Giorgio Strehler benannt.
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