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Die archäologischen Stätten von Agrigent südlich des heutigen Stadtkerns von Agrigent gehören zu den eindrucksvollsten archäologischen Fundplätzen auf Sizilien. Sie zeigen vor allem die Überreste von Akragas, einer der bedeutendsten antiken griechischen Städte auf Sizilien. Die teilweise noch sehr gut erhaltenen griechischen Tempel zeugen von der Größe, Macht und kulturellen Hochblüte der damaligen griechischen Stadt.
Die Stadt Akragas wurde auf einem Hochplateau aus Kalkstein nahe der Südwestküste Siziliens errichtet. Dieses Hochplateau fällt nach drei Seiten steil ab und bot daher eine gute Verteidigungsmöglichkeit für die Stadt. Östlich des Plateaus fließt der Fluss San Biagio (damals Akragas genannt), westlich der Fluss Sant’Anna (damals Hypsas genannt). Beide Flüsse vereinigen sich südlich des Plateaus und fließen in das etwa 4 km entfernte Meer.
Das Plateau hat einen etwa rechteckigen Grundriss mit einer Größe von 2,2 × 1,6 km. Seine Oberfläche ist nicht eben, sondern bildet eine Art Trog, der in Ost-West-Richtung verläuft. Im Norden und Nordosten schließt der Athenafelsen (Rupe Atenea) das Plateau ab. Im Nordwesten schließt sich an das Plateau noch ein langgestreckter Höhenzug an, der Girgenti-Hügel, auf dem in archaischer Zeit die Akropolis stand und auf dem heute der historische Stadtkern Agrigents steht. Im Süden wird das Plateau von einem niedrigeren Hügelrücken begrenzt, an dessen Rand eine Reihe von Tempeln aufgereiht sind. Da dieser Hügelzug vom mittelalterlichen Stadtzentrum auf dem Girgenti-Hügel aus gesehen im Tal liegt, wird er etwas irreführend auch als „Tal der Tempel“ (ital.: „Valle dei Templi“) bezeichnet.
Archaische Zeit
Akragas ist die jüngste der bedeutenderen griechischen Städte auf Sizilien. Die Stadt wurde ungefähr 582 v. Chr. gemeinsam von Siedlern aus Gela und Rhodos unter den Oikisten Aristonos und Pystillos gegründet. Es wird angenommen, dass das Gebiet schon vorher zum Einflussbereich Gelas gehörte und dass es hier an der Küste eine Handelsniederlassung (Emporion) gab, da sonst die Siedler aus Megara Hyblaea für ihre wesentlich ältere Neugründung Selinunt nicht so weit nach Westen hätten ziehen müssen.
Schon bald nach der Gründung der Stadt konnte Phalaris die Macht an sich reißen. Durch Unterschlagung von Geld, das für einen Tempelbau bestimmt war, warb er Söldner an und machte sich in einem Staatsstreich zum Alleinherrscher (Tyrannen) der Stadt. Er regierte etwa 570–555 v. Chr. und war für seine Grausamkeit berüchtigt. Er dehnte seinen Machtbereich bis weit in das Landesinnere aus.
Zu seiner Zeit wurde wohl bereits die massive Stadtmauer von Akragas errichtet. Sie folgt im Wesentlichen den Außenkanten des Plateaus, umschließt aber auch den Girgenti-Hügel. Sie hat eine Länge von 12 km und schließt eine Fläche von 4,5 km² ein. Neun Tore, die eine natürliche Bodensenke oder ein kleines Tal nutzten, führten in die Stadt. Teilweise waren diese Tore von Türmen flankiert. Durch das Haupttor (Tor IV), das sich in der Südmauer befand und in der Römerzeit Porta Aurea genannt wurde, führte die Straße zum Hafen. Durch das Tor I im Osten führte die Straße zur Mutterstadt Gela.
Auf der Akropolis, die sich über den Girgenti-Hügel und den Athenafelsen erstreckte, wurden im 6. Jahrhundert v. Chr. ein Tempel des Zeus und zu Beginn des 5. Jahrhunderts v. Chr. ein Tempel der Athena erbaut. Gegen Ende des 6. Jahrhunderts v. Chr. entstand der Heraklestempel nahe der Südmauer…
Die meisten Tempel von Akragas sind wie die Mehrzahl der griechischen Tempel Siziliens vom Typ eines dorischen Ringhallentempels (Peripteros). Dabei ist das Innengebäude (der Naos mit der Cella) von einer Reihe von Säulen umgeben, die das Gebälk und das Dach tragen.
Die ältesten Tempel von Akragas entstanden im 6. Jahrhundert v. Chr. auf der Akropolis, die sich über den Girgenti-Hügel und den Athenefelsen erstreckte. Im 5. Jahrhundert v. Chr. wurde dann auf dem südlichen Höhenrücken entlang der Stadtmauer eine Reihe von Tempeln errichtet, die vom Meer aus gesehen eine eindrucksvolle Silhouette bildeten.
Anders als beispielsweise für die Tempel auf der Akropolis von Athen, die aus Marmor erbaut sind, wurde für die Tempel Agrigents als Baumaterial Kalkstein verwendet, der im nahen Flusstal des Akragas gebrochen wurde. Der Kalkstein wurde zum Abschluss der Bauarbeiten mit einer Stuckschicht überzogen, um ihm ein marmorartiges Aussehen zu geben. Einige Strukturelemente der Tempel waren farbig gestaltet.
Anders als bei den Tempeln des griechischen Mutterlandes sind die Tempel von Akragas, wie in den meisten anderen Städten der Magna Graecia, in ihrem Entwurf frontbetont. Die Frontseite, meist die Ostseite, ist mit einer breiten Freitreppe versehen, und vor ihr steht ein großer Opferaltar, der beim Heratempel noch besonders eindrucksvoll erhalten ist. Um diesen Altar herum fanden die gemeinschaftlichen Zeremonien statt, und auf ihm wurden den Göttern Schlachtopfer von Vieh dargebracht.
Die meisten Tempel aus der klassischen Epoche von Akragas haben, wie es auch im griechischen Mutterland üblich war, eine Säulenhalle mit 6 Säulen auf den Schmal- und 13 Säulen auf den Längsseiten, während ansonsten in Sizilien eher länger gestreckte Bauformen mit 6 × 14 oder sogar 6 × 15…
Der Archäologie- und Landschaftspark „Tal der Tempel“ (Parco Archaeologico e Paesaggistico della Valle dei Templi di Agrigento, kurz Parco Valle dei Templi Agrigento) enthält die bedeutendsten Überreste des alten Akragas, die Reihe der Tempel entlang der südlichen Stadtmauer. Auch das noch vor die griechische Besiedlung zurückreichende Heiligtum der chthonischen Gottheiten ist dort eingeschlossen.
Die Bezeichnung „Tal der Tempel“ (Valle dei Templi) ist dabei irreführend, da sich der Park gegenüber der Umgebung auf einem Hochplateau erstreckt und vor allem dessen südlichen Hügelzug umfasst. Entstanden ist die Bezeichnung aus der Sicht der heutigen Stadt, die sich auf der ehemaligen Akropolis erstreckt und von der aus gesehen die Tempel tatsächlich am Rande eines Tals stehen. Verwendet wird die Bezeichnung teilweise nur für die Reihe der Tempel entlang der südlichen Stadtmauer und teilweise für das gesamte Stadtgebiet des alten Akragas südlich der Akropolis.
Das Logo des Parks zeigt einen Krebs, das Symbol des Flussgottes des Akragas, nach dem die antike griechische Stadt benannt worden ist. Dieses Symbol war in der antiken Münzprägung von Akragas weit verbreitet.
Der Park wird von der Via Passegiata Archeologica, die durch das ehemalige Tor IV verläuft,
in zwei Hälften geteilt. Dort befinden sich auch ein Parkplatz und ein Zugang zu den beiden Hälften des Parks. Im Westteil stehen vor allem die Tempel des olympischen Zeus und der Dioskuren sowie das Heiligtum der chthonischen Gottheiten, im Ostteil die Tempel des Herkules, der Concordia und der Hera.
Olympieion
Hinter dem Eingang zu dem westlichen Teil des Parks stößt man direkt auf das riesige Trümmerfeld des Olympieion (auch Tempel des Olympischen Zeus genannt). Der Tyrann Theron ließ diesen Tempel um 480 v. Chr.…
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