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Wer das war
90 a.C.–20 a.C. · storico siceliota · Agyrion
Diodor war ein antiker griechischer Geschichtsschreiber des späten Hellenismus. Er lebte in der ersten Hälfte des 1. Jahrhunderts v. Chr.
Über Diodors Leben ist wenig bekannt. Er war ein Westgrieche, stammte aus der Polis Agyrion auf Sizilien und begab sich nach eigenen Angaben auf viele Reisen. Gesichert ist, dass er längere Zeit in Rom verbrachte, um Quellenstudien für die Abfassung seines Geschichtswerks zu betreiben, sowie dass er in der Zeit der 180. Olympiade (also im Zeitraum 60/59 bis 57/56 v. Chr.) in Ägypten lebte. Er berichtet, dass er 59 v. Chr. während des letztgenannten Aufenthalts eine römische Gesandtschaft, die zu König Ptolemaios XII. gereist war, in Alexandria sah. Da er von der postumen Vergöttlichung Caesars weiß, muss Diodor nach 44 v. Chr. gestorben sein.
Inhalt, Umfang, Stil
Diodors in den Jahren um 50 v. Chr. auf Griechisch verfasstes Geschichtswerk trägt den Namen Βιβλιοθήκη ἱστορική Bibliothḗkē historikḗ (vollständig: Διοδώρου τοῦ Σικελιώτου Βιβλιοθήκη ἱστορική, lateinisch Diodori Siculi Bibliotheca historica) und ist eine Universalgeschichte in 40 Büchern, von denen uns die Bücher 1–5 sowie 11–20 erhalten sind. Das 17. Buch weist eine große Lücke auf. Die Bücher 6–10 und 21–40 sind nur fragmentarisch überliefert, vor allem durch Zitate byzantinischer Autoren, durch Auszüge in der von Kaiser Konstantin VII. veranlassten Konstantinischen Exzerptensammlung und ab Buch 31 durch Referate des Patriarchen Photios in seiner Bibliothek. Außerdem gab David Höschel 1603 in Augsburg Exzerpte aus den Büchern 21–26 von Diodors Werk nach einer seither verschollenen Handschrift heraus. Die Darstellung reicht von der sagenhaften Vorzeit (wobei er auch mythologische Erzählungen verarbeitete) bis in die Zeit Caesars (wohl bis in das Jahr 60/59 v. Chr., als Caesar das Konsulat bekleidete). Es ist damit, soweit man weiß, das umfassendste Geschichtswerk, das von einem Griechen in der Antike verfasst wurde und uns zumindest in Teilen überliefert ist, und bildet zugleich den „Abschluss der hellenistischen Historiographie“ (Klaus Meister).
Diodor hat nach eigenen Angaben 30 Jahre lang Reisen und Nachforschungen unternommen. Er griff in seiner Universalgeschichte allerdings ältere Darstellungen auf, schrieb sie um und kürzte sie (beispielsweise fehlen viele Reden, die ansonsten typisch für die antike Geschichtsschreibung sind), so dass sie besser lesbar und für das Publikum leichter zu verstehen waren. Er scheint seine Vorlagen in der Regel also nicht einfach abgeschrieben, sondern in eigenen Worten zusammengefasst zu haben, da sein Werk…
Diodore de Sicile: Bibliothèque historique. Les Belles Lettres, Paris 1972 ff. (kritische Edition mit französischer Übersetzung)
Pierre Bertrac (Hrsg.): Band 1: Livre I. 1993, ISBN 2-251-00435-1.
Bernard Eck (Hrsg.): Band 2: Livre II. 2003, ISBN 2-251-00513-7.
Bibiane Bommelaer (Hrsg.): Band 3: Livre III. 1989, ISBN 2-251-00381-9.
Jean Haillet (Hrsg.): Band 6: Livre XI. 2. Auflage. 2002, ISBN 2-251-00484-X.
Michel Casevitz (Hrsg.): Band 7: Livre XII. 1972.
Martine Bonnet, Eric R. Bennett (Hrsg.): Band 9: Livre XIV. 1997, ISBN 2-251-00459-9.
Claude Vial (Hrsg.): Band 10: Livre XV. 1977.
Paul Goukowsky (Hrsg.): Band 12: Livre XVII. 1976.
Paul Goukowsky (Hrsg.): Band 13: Livre XVIII. 1978.
François Bizière (Hrsg.): Band 14: Livre XIX. 1975.
Diodore de Sicile: Bibliothèque historique. Fragments. Les Belles Lettres, Paris 2006–2014 (kritische Edition mit französischer Übersetzung und Kommentar).
Aude Cohen-Skalli (Hrsg.): Band 1: Livres VI–X. 2012, ISBN 978-2-251-00571-3.
Paul Goukowsky (Hrsg.): Band 2: Livres XXI–XXVI. 2006, ISBN 2-251-00532-3.
Paul Goukowsky (Hrsg.): Band 3: Livres XXVII–XXXII. 2012, ISBN 978-2-251-00573-7.
Paul Goukowsky (Hrsg.): Band 4: Livres XXXIII–XL. 2014, ISBN 978-2-251-00586-7.
Diodor’s von Sizilien historische Bibliothek. Übersetzt von Julius Friedrich Wurm. 19 Bände, J. B. Metzler, Stuttgart 1827–1840 (Überblick über die Digitalisate).
Nachdruck von Wurms Übersetzung: Diodoros, Historische Bibliothek. In der Übersetzung von Julius Friedrich Wurm. Herausgegeben von Günter Klawes. Marix, Wiesbaden 2014, ISBN 978-3-86539-379-1.
Gerhard Wirth u. a. (Hrsg.): Diodoros, Griechische Weltgeschichte. 10 Bände. Hiersemann, Stuttgart 1992–2008 (aktuelle Übersetzung mit Kommentar).
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