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Das Meersalz von Trapani wird durch natürliche Verdunstung hergestellt. Als Lebensmittelprodukt ohne künstliche Zusatzstoffe besitzt es seit März 2012 die Klassifikation IGP.
Die Gewinnung von Salz an diesem Küstenstreifen ist für die vergangenen dreitausend Jahre nachgewiesen. Bereits die Phönizier handelten nach Überlieferungen zufolge an dieser Stelle mit dem „Weißen Gold“, spätestens für die Zeit seit 1154 existieren schriftliche Belege für dessen Gewinnung. Unter dem Normannenkönig Roger II. entstand ein Reisebericht, der die Umstände genau beschreibt.
1910 erhielt das Meersalz von Trapani bereits eine Goldmedaille bei der Internationalen Ausstellung für Medizin und Hygiene in Buenos Aires. Bis nach Nordeuropa zur Fischkonservierung ist das Salz geliefert worden.
Nach einem ersten Bevölkerungssprung in den 1910er Jahren wuchs in den 1940er und 50er Jahren die Bevölkerung wiederum stark an und damit auch die Verstädterung, die die nördlich gelegenen Salinen-Flächen verschlang. Mit irreparablen Schäden, ausgelöst durch eine große Flut im Jahre 1965, kam die Produktion endgültig zum Erliegen.
Die Herstellung erfolgt heute ausschließlich in den Salinen innerhalb der 1984 bzw. 1995 unter Schutz gestellten Riserva isole dello Stagnone und des Naturreservats Salinen von Trapani und Paceco, die als erhaltenswertes Kulturland anerkannt wurden. Diese Unterschutzstellung initiierte die Wiederaufnahme dieser traditionellen Tätigkeit der Salzgewinnung, die seit den 1950er Jahren nicht mehr rentabel erschien.
Federführend für die Bemühungen um die Wiederaufnahme der Salzgewinnung war der private Verein „Consorzio per la valorizzazione del sale marino di Trapani“, der durch die italienische Sektion des WWF unterstützt wurde.
Salzpfannen
Die Gewinnung des Salzes erfolgt in sogenannten „Salzpfannen“, flachen Wasserbecken, in denen der Wasserstand reguliert werden kann und in denen die Anreicherung des Salzgehaltes durch Verdunstung erfolgt. Der Salzgehalt wird in Grad Baumé (°Bé) gemessen. Die Becken haben sehr unterschiedliche Größen, die jedoch mehr den traditionellen geografischen Gegebenheiten als der Funktion des Herstellungsprozesses geschuldet sind. Die Größe der Becken und deren Wassertiefe verringern sich immer stärker im Verlauf der höheren Salz-Konzentrierung.
Vier unterschiedliche Salzpfannen werden unterschieden: Als erstes wird das Meerwasser in Becken mit dem Namen „Fridda“ geleitet. Sperren verhindern das Einwandern von Meerestieren. Das Becken liegt genau auf dem Niveau des Meeresspiegels und wird mit der hier wenig ausgeprägten Tide geflutet und mithilfe wasserdichter Schotten geschlossen. Der Salzgehalt entspricht genau dem natürlichen Vorkommen im Mittelmeer mit 3,5–4,5 °Bé. Das zweite Becken „Vasa cultivu“ ist durch Kanäle mit dem ersten verbunden. Mithilfe der Windkraft, die durch die Windmühlen in Drehbewegung umgesetzt wird, erfolgt die Weiterleitung in dieses geringfügig höher gelegene Becken. Die Wassermenge hat sich bereits um ein Drittel reduziert, der Salzgehalt liegt entsprechend bei ca. 12 °Bé. Diese hier bevorratete Salzlake, auch „Mutterwasser“ genannt, ist der Grundstoff für die Salzproduktion des nachfolgenden Produktionszyklus.
Das dritte Bassin „Ruffiana“ oder auch „Ruffianeddra“ erreicht einen Salzgehalt von 16 bis 18 °Bé und ist ebenfalls mit dem Vorgängerbecken durch den sogenannten Rohwasserkanal verbunden, über den der Salzgehalt gesteuert werden kann. Je nach Witterungseinflüssen wird auf dem Vasa cultivu vor dem Abstich ins nächste Becken noch…
Das Salz darf mit dem eindeutig identifizierbaren Schriftzug „IGP — Sale Marino di Trapani“ vermarktet werden. Die Packungsgrößen sind auf elf Größen zwischen 100 g und 1000 kg festgelegt. Es werden aber auch Bigbags mit 1375 kg abgefüllt. Abnehmer sind neben dem Einzelhandel vor allem die Lebensmittelproduktion wie beispielsweise Schinkenräuchereien und die Käseherstellung.
Seit 1922 ist die Firma Sosalt S.p.A. für die Exploration zuständig. Die Produktionsfläche beträgt etwa 800 ha, der Jahresertrag 100.000 t. Täglich können bis zu 70.000 Salz-Packungen für Einzelhaushalte hergestellt werden.
Luigi Todaro: Per il sale marino di Trapani arriva l'Indicazione geografica protetta. In: Giornale di Sicilia, 14. März 2012, ZDB-ID 824278-1, S. 13.
== Einzelnachweise ==
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