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Wer das war
400 a.C.–260 a.C. · poeta siceliota · Siracusa
Theokritos war ein antiker griechischer Dichter. Er war der Schöpfer und Hauptvertreter der bukolischen Poesie der Griechen.
Theokrit stammte höchstwahrscheinlich aus Syrakus. Er scheint einen Teil seines Lebens in der östlichen Ägäis verbracht zu haben; erkennbar ist ein besonderer Bezug zu Kos. Sein Gönner waren Hieron II. von Syrakus (Idylle XVI) und der ägyptische König Ptolemaios II. (Idylle XVII).
Unter Theokrits Namen sind außer einer Anzahl von Epigrammen 32 größere Gedichte überliefert, sogenannte Idylle (Eidyllia). Sie haben meist eine dramatische Form und sind teils künstlerische Nachahmungen des Wechselgesangs der sizilischen Hirten, teils stellen sie Szenen des Alltagslebens dar, während andere mythologische Erzählungen enthalten, noch andere rein lyrischer Natur sind. Bei der Schöpfung der Ersteren stand Theokrit vor allem unter Einfluss des Mimos. Mimen sind kleine Possenspiele bzw. deren literarische Umsetzung, in welchen das Alltagsleben parodiert wird. Hauptvertreter dieser Gattung war Sophron (5. Jahrhundert v. Chr.), der ebenfalls aus Syrakus stammte.
Die dichterische Umsetzung bei Theokrit besteht in einer distanzierten, teils destruktiven Imitation klassischer Genres, deren Funktionalität aufgrund der soziopolitischen Umgebung nicht mehr zeitgemäß sein konnte (die autarke Polis des 8.–5. Jahrhunderts v. Chr. gegenüber den hegemonialen monarchischen Flächenstaaten des 3. Jahrhunderts v. Chr.). Daher ist ganz im Gegenteil zur oft „idyllisierenden“ Hirtendichtung späterer Prägung in den thematisch verwandten Kurzgedichten Theokrits vor allem das – oft charmante, manchmal böse – Amusement des exzellent gebildeten Stadtbürgers über die ungeschickt-kunstlosen Unterhaltungen der Landbevölkerung zu konstatieren.
Etwa ein Drittel der im Corpus Theocriteum überlieferten sogenannten Eidyllia gilt heute als erwiesenermaßen unecht.
Schon in der Antike standen die Werke Theokrits wegen seiner anspruchsvollen Reflexion älterer Dichtung sowie seiner minutiös ausgearbeiteten, gleichwohl lebendigen Darstellung in hohem Ansehen und waren Muster und Beispiel für spätere Dichter, zum einen (in der poetischen Auffassung) der Neoteriker, zum anderen (thematisch auf das…
Andrew Sydenham Farrar Gow: Bucolici Graeci. Griechisch und englisch. Clarendon Press, Oxford 1952. Maßgebliche Ausgabe.
Friedrich Zimmermann: Die Idyllen des Theokritos. J. B. Metzler’sche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart 1859 (archive.org [PDF; 12,1 MB]).
Hermann Fritzsche: Theokrits Gedichte. 3. Auflage. B. G. Teubner, Leipzig 1881 (archive.org [PDF; 24,3 MB] kommentierter griechischer Originaltext).
Hermann Beckby: Die griechischen Bukoliker: Theokrit – Moschos – Bion. Beiträge zur klassischen Philologie 49. Meisenheim am Glan 1975.
Harry C. Schnur: Theokrit. Knödler, Reutlingen 1975, ISBN 978-3-87421-054-6.
Dietrich Ebener: Theokrit. Sämtliche Dichtungen. Insel-Verlag, Frankfurt a. M. 1989, ISBN 3-458-32858-0
Carlo Gallavotti: Theocritus quique feruntur Bucolici Graeci. 3. Ausgabe. Publica Officina Polygraphica, Rom 1993.
Bernd Effe: Theokrit. Gedichte. Griechisch / deutsch. Artemis und Winkler, Düsseldorf & Zürich 1999, ISBN 3-7608-1714-9.
Regina Höschele: Theokrit. Gedichte. Griechisch und deutsch. Reclam, Stuttgart 2016, ISBN 978-3-15-019419-5.
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