Karte › Persönlichkeiten › Agrigento
Wer das war
490 a.C.–430 a.C. · filosofo e politico greco antico · Agrigento
Empedokles, genannt auch Empedokles von Agrigent, war ein antiker griechischer Philosoph, Naturforscher, Politiker, Redner und Dichter. Unklar ist, ob die Behauptungen zutreffen, wonach er sich auch als Arzt, Magier und Wahrsager betätigte. Zahlreiche Geschichten über sein Leben und seinen Tod tragen legendenhafte Züge. Als Politiker war er in seiner Heimatstadt Akragas umstritten und musste ins Exil gehen, aus dem er nicht mehr zurückkehrte.
Die Hauptquelle für das Leben des Empedokles ist das ihm gewidmete Kapitel im achten Buch der Philosophenbiografien des Doxographen Diogenes Laertios. Diogenes beruft sich für seine Angaben über Empedokles auf 22 heute verlorene Schriften verschiedener Autoren, die ihm aber möglicherweise zum Teil nur aus Zitaten in späterer Literatur bekannt waren. Seinen Quellen entnahm er insbesondere anekdotisches Material.
Die überlieferten Geschichten dienen großenteils der mitunter drastischen Veranschaulichung von angeblichen oder tatsächlichen Charakterzügen oder Fähigkeiten des Philosophen. Manche Anekdoten sind unglaubwürdig, viele wirken zumindest sagenhaft ausgeschmückt. Manchmal ist – wie bei Heraklit – erkennbar, dass der Urheber einer Behauptung oder Geschichte beabsichtigte, den Philosophen lächerlich zu machen. Einige Angaben über Empedokles’ Leben sind möglicherweise aus einer biografischen Interpretation von Stellen in seiner Dichtung entstanden. Tatsächlich können einzelne Bemerkungen des Dichters einen autobiografischen Hintergrund haben, doch ist bei derartigen Folgerungen Vorsicht geboten. Generell ist die Glaubwürdigkeit der Überlieferung umstritten.
Da die Lehrdichtung des Empedokles nur bruchstückhaft erhalten ist, sind auch Werke anderer Autoren wichtige Quellen für seine Lehre. Eine Reihe von Informationen liefern Aristoteles und Plutarch sowie Aristoteles-Kommentatoren (insbesondere Simplikios). Plutarchs umfangreiche Monographie über Empedokles ist bis auf ein Fragment verloren, doch äußert er sich auch in seinen erhaltenen Schriften über den Vorsokratiker und zitiert ihn.
Die Geburt des Empedokles lässt sich nur ungefähr datieren; da er etwas jünger war als sein Zeitgenosse Anaxagoras, fällt sie wohl in die ersten Jahre des 5. Jahrhunderts. Er stammte aus einer vornehmen und reichen Familie seiner Heimatstadt Akragas. Sein Großvater, der ebenfalls Empedokles hieß, war Pferdezüchter und Sieger bei den Olympischen Spielen von 496. Sein Vater Meton war ein prominenter Politiker. Nach dem Tode des um 472 v. Chr. gestorbenen Tyrannen Theron begannen in Akragas unruhige Zeiten. Der Nachfolger des Tyrannen, sein Sohn Thrasydaios, musste nach nur einjähriger Herrschaft ins Exil gehen. Bei dieser politischen Neuorientierung der Stadt spielte Meton auf der Seite der Tyrannengegner eine führende Rolle. Angeblich wurde Empedokles die Königswürde angeboten, die er jedoch ablehnte. Sicher ist, dass sich die Idee einer demokratischen Staatsordnung durchsetzte. Empedokles engagierte sich auf der Seite der Demokratiebefürworter und trat energisch gegen Bestrebungen auf, die nach seiner Einschätzung auf eine Tyrannenherrschaft abzielten. Er erreichte die Auflösung einer Organisation, die als „Versammlung der Tausend“ bezeichnet wurde und wohl oligarchische Ziele verfolgte. Eine von Diogenes Laertios mitgeteilte Anekdote über Todesurteile, die er veranlasst haben soll, ist allerdings unglaubwürdig; es handelt sich wohl um eine Erfindung eines Komödiendichters. Anscheinend war Empedokles ein begabter Redner, Aristoteles bezeichnete ihn sogar als Erfinder der Rhetorik.
Empedokles’ Verhältnis zu älteren und zeitgenössischen Philosophen ist schwer zu bestimmen. In der Antike galt er als Schüler des Pythagoras oder von frühen Pythagoreern. Diese Annahme lag wegen der Verwandtschaft seiner Lehre mit pythagoreischem Gedankengut nahe. Ein direktes…
Sehr ungewöhnlich ist Empedokles’ außerordentlich stark entwickeltes Selbstbewusstsein, das in seinen Versen drastisch zum Ausdruck kommt. Der Ich-Sprecher in seiner Dichtung nimmt die Haltung eines unfehlbaren Weisheitslehrers ein, verkündet seinen eigenen Ruhm und schreibt sich übermenschliche Fähigkeiten zu. Einer gängigen Interpretation zufolge nimmt er an einer Stelle sogar ausdrücklich Göttlichkeit für sich in Anspruch. Dies erregte schon in der Antike Aufsehen und Anstoß und trug dem Dichter den Vorwurf der Arroganz und Scharlatanerie ein. Auch in der Neuzeit hat die Annahme, er habe sich für einen Gott gehalten, die Empedokles-Rezeption stark beeinflusst. Allerdings ist nicht sicher, dass die in diesem Zusammenhang zitierten Verse als Selbstbeschreibung des Dichters gemeint waren. Nach einer alternativen Deutung der Verse wird die Göttlichkeit nicht als Tatsache behauptet, sondern nur als Eindruck erwähnt, den die Umwelt erhielt.
Empedokles schrieb eine Anzahl von Werken, die großenteils verloren sind. Erhalten sind Fragmente seiner beiden bekanntesten Dichtungen, des philosophischen Lehrgedichts „Über die Natur“ und der „Reinigungen“ (Katharmoí), die beide in Hexametern abgefasst waren. Die überlieferten Bezeichnungen des Naturgedichts – „Über die Natur“ (Peri phýseōs), „Über die Natur des Seienden“ (Peri phýseōs tōn óntōn) oder „Physik“ (Physiká) – waren ursprünglich nur Angaben des Themas; sie waren nicht als Werktitel im später geläufigen Sinne gemeint, denn vom Verfasser verbindlich festgelegte Titel philosophischer Werke waren damals noch nicht üblich. Die herkömmliche, weiterhin vorherrschende Lehrmeinung lautet, dass das Naturgedicht und die „Reinigungen“ zwei unterschiedliche Werke sind, von denen das eine in erster Linie die Naturphilosophie behandelt, das andere primär einem religiösen Zweck dient. Seit 1987 wird in der Forschung aber auch die Ansicht vertreten, es handle sich um nur ein Werk. Ausdrücklich bezeugt ist die Existenz zweier verschiedener Gedichte nur bei Diogenes Laertios. Die Hypothese, wonach es sich um ein einziges Gedicht handelt, hat sich aber nicht durchsetzen können.
Den Gesamtumfang der beiden Gedichte gibt Diogenes Laertios mit rund 5000 Versen an. Erhalten sind insgesamt etwa 500 Verse; sie sind größtenteils nur aus Zitaten in späterer antiker Literatur bekannt, doch sind darunter auch einige Dutzend Verse bzw. Versteile aus dem ersten Buch des Naturgedichts, die nur im Straßburger Empedokles-Papyrus stehen. Bei diesem aus dem späten 1. Jahrhundert stammenden Papyrus handelt es sich um 52 Bruchstücke einer Papyrusrolle, die als Unterlage eines aufgeklebten Schmuckkragens aus Kupferblech dienten. Der Kragen wurde schon 1904 von dem Archäologen Otto Rubensohn…
Aus Wikipedia, CC BY-SA 4.0 · Den ganzen Artikel lesen
chiesa di San Nicola (San Nicola (Agrigent))
Ekklesiasterion di Agrigento (Ekklesiasterion)
oratorio di FalarideFalsche Zeiten, eine gesperrte Straße, eine Geschichte, die sich zu erzählen lohnt: Schreiben Sie es hier. Ein Mensch liest es, bevor sich auf der Seite etwas ändert.
Sicherheitspunkt für dieses Gebiet ★ Nicht verpassen Zurück zur Karte
Orte: © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL). Texte und Fotos: Wikipedia und Wikimedia Commons, CC BY-SA. Kartenkacheln: OpenStreetMap.