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Wer das war
1796–1867 · compositore italiano · Catania
Giovanni Pacini war ein italienischer Opernkomponist.
Kindheit und Jugend
Pacini hatte seine familiären Wurzeln in der Toskana und war ein Sohn des berühmten Bass-Buffos Luigi Pacini; auch seine Mutter Isabella Paulillo war Sängerin.
Zwei seiner Onkel waren Ballett-Tänzer, einer davon auch Choreograph, und auch Giovanni erhielt als Kind zunächst (gegen seinen Willen) eine tänzerische Ausbildung, bevor er sich der Komposition zuwandte. Er hatte außerdem einen Bruder Francesco und zwei Schwestern Claudia und Giuseppina.
Seinen ersten musikalischen Unterricht bekam er durch seinen Vater. Anschließend kam er ans Konservatorium in Bologna und wurde dort Schüler des berühmten Kastraten Luigi Marchesi (Gesang) und von Padre Stanislao Mattei (Kontrapunkt). Später wechselte er nach Venedig und lernte dort bei Bonaventura Furlanetto.
Erste Karriere
Erst 16 Jahre alt, konnte Pacini 1813 mit der Oper Annetta e Lucindo am kleinen Teatro di Santa Radegonda in Mailand debütieren. Anfangs komponierte er Opere buffe oder semiserie, in denen nicht selten auch sein Vater auftrat. Nach einer ganzen Reihe mehr oder weniger großer Misserfolge, wollte er das Komponieren schon aufgeben, hatte dann aber unerwarteten Erfolg mit der Semiseria Adelaide e Comingio, die er für den Karneval 1815–16 am Teatro Re in Mailand schrieb. Auch die Opern La sacerdotessa d'Irminsul (1817, Triest; eine Vorgängerin von Bellinis Norma) und L'Atala (1818, Padua) waren erfolgreich. Zu den beliebtesten Opern seiner frühen Karriere gehörte Il barone di Dolsheim, eine Opera semiseria, die ihre Uraufführung 1818 an der Mailänder Scala erlebte. Das Libretto stammte von Felice Romani und es sangen Raniero Remorini und Violante Camporesi.
1822 wurde Pacini von Maria Luisa von Bourbon zu ihrem Maestro di camera e capella ernannt, weshalb er nach Viareggio zog und Lucca als…
Neben seinem Hauptwerk, den etwa 74 Opern verschiedener Gattungen, komponierte Pacini 35 Oratorien und Messen. Seine Messa di Requiem von 1864 wurde bei der Überführung der sterblichen Überreste Vincenzo Bellinis von Paris nach Catania aufgeführt. In seinen kleineren Gelegenheitsarbeiten liegt ein Schwerpunkt auf Kantaten. Im Instrumentalbereich sind seine Sinfonia Dante (1864) und einige späte Streichquartette zu erwähnen. Daneben veröffentlichte er auch einige Werke zur Musiktheorie und eine Autobiographie.
Pacinis Opern umspannen einen Zeitraum von 1813 bis 1867 und gehören folglich zu ganz verschiedenen musikalischen Epochen, von der Spätklassik bis zur Hochromantik. In seiner Jugend war er ein großer Verehrer von Rossini, kann jedoch nicht als reiner Nachahmer angesehen werden, sondern fand einen eigenen Stil. Rossini selber sah in Pacini seinen begabtesten Nachfolger, während er von Bellini und Donizetti zunächst (zumindest bis etwa 1834) nicht ganz so viel hielt. Vor seinem Rückzug von der Bühne 1835 hatte Pacini mit vielen seiner Opern Erfolg, nicht nur in Italien, sondern auch an anderen europäischen Bühnen (Wien, München, Dresden, Paris). Nachdem Rossini Italien 1822 verlassen hatte, war Pacini eine Zeitlang der wohl erfolgreichste Opernkomponist in Italien, bis zum Auftreten des fünf Jahre jüngeren Bellini (ab Il pirata, 1827). Der nur ein Jahr jüngere Donizetti konnte sich erst ab etwa 1830 (mit Anna Bolena) durchsetzen. Von seinen Zeitgenossen bekam Pacini den Spitznamen „Meister der Cabaletten“, weil er diese besonders einfallsreich und spritzig gestaltete.
Nach seiner Rückkehr auf die Opernbühne hatte sich Pacinis Stil drastisch gewandelt, besonders bezüglich einer reichhaltigeren Instrumentierung und komplexeren Harmonik. Seine Opern der 1840er Jahre…
Pacini hatte mit vielen Opern großen oder wenigstens mäßigen Erfolg, ganz besonders vor 1830 und in den 1840er Jahren. Mit Ausnahme von seiner ersten aufgeführten Oper Annetta e Lucindo und dem folgenschweren Misserfolg Carlo di Borgogna, werden in der folgenden Liste ausschließlich seine erfolgreichen Opern genannt:
1813: Annetta e Lucindo, farsa comica (Teatro di Santa Radegonda, Mailand)
1817: Adelaide e Comingio, melodramma semiserio (Teatro Re, Mailand)
1817: La sacerdotessa d’Irminsul, melodramma eroico (Teatro Grande, Triest); u. a. mit Giovanni Battista Velluti
1818: Il barone di Dolsheim (auch: Federico di Prussia overo Il barone di Dolsheim), melodramma (La Scala, Mailand)
1819: La sposa fedele, melodramma semiserio (Teatro San Benedetto, Venedig)
1819: Il falegname di Livonia (Der Tischler aus Livonia), melodramma (La Scala, Mailand)
1820: La schiava in Bagdad, melodramma (Teatro Carignano, Turin); mit Giuditta Pasta und Luigi Pacini
1820: La gioventù di Enrico V, melodramma giocoso (Teatro Tordinona, Rom)
1821: Cesare in Egitto (Caesar in Ägypten), melodramma eroico; mit Ester Mombelli und Domenico Donzelli
1823: La vestale, melodramma serio (La Scala, Mailand); mit Teresa Belloc, Isabella Fabbrica und Luigi Lablache
1823: Il Temistocle, dramma per musica (Teatro del Giglio, Lucca); mit Rosmunda Pisaroni und Nicola Tacchinardi
1824: Alessandro nell’Indie, dramma per musica (Teatro San Carlo, Neapel); mit Adelaide Tosi, Caterina Liparini und Andrea Nozzari
1825: Amazilia, dramma per musica (Teatro San Carlo, Neapel)
1825: L’ultimo giorno di Pompei (Der letzte Tag von Pompeji), dramma per musica (Teatro San Carlo, Neapel); mit Adelaide Tosi, Giovanni David, Luigi Lablache, Michele Benedetti u. a.
1827: Gli Arabi nelle Gallie ossia Il trionfo della fede,…
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