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Leonardo Sciascia

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Wer das war
1921–1989 · scrittore, giornalista e saggista italiano (1921-1989) · Fondazione Leonardo Sciascia · Racalmuto

Leonardo Sciascia
Foto: Wikimedia Commons · CC BY-SA

Leonardo Sciascia war ein italienischer Schriftsteller. Er wurde bekannt durch seine Kriminalromane, die häufig in seiner sizilianischen Heimat spielen und die Mafia thematisieren. Er galt als einer der bedeutendsten zeitgenössischen Vertreter der sizilianischen Literatur und mischte sich häufig in kulturelle und politische Debatten ein. Als Politiker saß er im Stadtrat von Palermo, in der Camera dei deputati und im Europaparlament.

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Leben

Leonardo Sciascia wurde an der Fachhochschule für Lehrer in Caltanissetta ausgebildet. Er war Angestellter der Behörde für Getreidespeicherung in seinem Heimatort Racalmuto in der Nähe von Agrigent. Von 1949 bis 1957 arbeitete er dort als Volksschullehrer. 1975 wurde er als unabhängiger Kandidat über die Liste des Partito Comunista Italiano (PCI) in den Stadtrat von Palermo gewählt, 1977 trat er von seinem Posten zurück. 1979 wurde er als Abgeordneter des Partito Radicale bis 1983 ins italienische Abgeordnetenhaus und für kurze Zeit auch in das Europaparlament gewählt.
Mit dem 1961 erschienenen Roman Der Tag der Eule wurde Leonardo Sciascia berühmt. Der Autor wurde bald als bedeutendster lebender sizilianischer Schriftsteller angesehen und als „Gewissen der italienischen Gesellschaft“, das seine Stimme in vielen kulturellen und politischen Debatten des Landes erhob. Das Buch rückte die Problematik der Mafia über die Grenzen Italiens hinaus ins öffentliche Bewusstsein und gilt als erste literarische Behandlung der Mafia. Laut Manfred Hardt entwickelte Sciascia in seinen Romanen „eine neue Form von kritischem Realismus“, in der er innerhalb des Genres des Kriminalromans Erzählung mit Argumentation und Essay verknüpfte, um an die Tradition der Aufklärung anzuknüpfen.
In Sciascias Werken werden neben gesellschaftlichen Strukturen insbesondere politische Machtsysteme behandelt und aufgegriffen, vom faschistischen bis zum christdemokratischen Italien, von den italienischen Machtverhältnissen und gesellschaftlichen Verhältnissen der Macht im Allgemeinen. Justiz, Richteramt und Kommissare bilden häufige Charaktere. Die Frage der Schuld und Unschuld nimmt ebenso wie überhandnehmende Verstrickungen in den Erzählungen und Romanen eine zentrale Position ein. Die Analyse der…

Ehrungen

Der 1994 entdeckte Asteroid (12380) Sciascia wurde am 4. Mai 2004 nach Leonardo Sciascia benannt.
Am 8. Januar 2020 wurde die Biblioteca Comunale di Palermo nach ihm benannt.

Werke (Auswahl)

Opere 1956–1971 1971–1983 1984–1989. Hrsg. von Claude Ambroise. 3 Bände. Mailand 1987–1990.
Le favole della dittatura. Rom 1950.
La Sicilia, il suo cuore. Rom 1952.
Pirandello e il pirandellismo. Caltanissetta 1953.
Le parrocchie di Regalpetra. Bari 1956/1957
Salz, Messer und Brot. Sizilianische Geschichten. Übersetzung Sigrid Vagt. Paul Zsolnay, Wien 2002, ISBN 3-552-05210-0.
Einmal in Sizilien. Übersetzung Sigrid Vagt. Wagenbach, Berlin 2021, ISBN 978-3-8031-1360-3.
Gli zii di Sicilia. Caltanissetta 1958
Sizilianische Verwandtschaft : 4 Erzählungen. Nachwort Nino Erné. Übersetzung Caesar Rymarowicz, Nino Erné. Steinhausen, München 1980, ISBN 3-8205-0455-9.
Il giorno della civetta. Turin 1961
Der Tag der Eule. Übersetzung Arianna Giachi. Olten, Freiburg 1964, ISBN 3-7466-1656-5.
Il consiglio d’Egitto. Turin 1963
Der Abbé als Fälscher. Übersetzung und Nachwort Arianna Giachi. Olten, Freiburg 1967, ISBN 3-548-20212-8.
Das ägyptische Konzil. Übersetzung Monika Lustig, Nachwort Maike Albath. Die Andere Bibliothek, Berlin 2016.
Morte dell’Inquisitore. Bari 1964.
L’Onorevole. Turin 1965.
Feste religiose in Sicilia. (Fotografien von Ferdinando Scianna), Bari 1965.
A ciascuno il suo. Turin 1966.
Tote auf Bestellung. Übersetzung Arianna Giachi. Olten, Freiburg 1968, ISBN 3-7466-1716-2.
Narratori in Sicilia (zusammen mit S. Guglielmino), Mailand 1967.
Recitazione della controversia liparitana dedicata ad A.D. Turin 1969.
La corda pazza. Turin 1970.
Atti relativi alla morte di Raymond Roussel. Palermo 1971.
Il contesto. Turin 1971.
Tote Richter reden nicht : eine Parodie. Übersetzung Helene Moser. Benziger, Köln 1974, ISBN 3-545-36187-X auch unter dem Titel Die Macht und ihr Preis: eine Parodie. 1978.
Der Zusammenhang. ISBN 3-7466-1787-1.
Il mare colore del vino. Turin…

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Fotos
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37.40609 N · 13.73095 E

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