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Stanislao Cannizzaro

Persönlichkeiten

Wer das war
1826–1910 · chimico e politico italiano (1826-1910) · Palermo

Stanislao Cannizzaro
Foto: Wikimedia Commons · CC BY-SA

Stanislao Cannizzaro war ein italienischer Chemiker und Politiker. Cannizzaro klärte den Unterschied von Atom- und Molekulargewicht auf. Er erkannte, dass Wasserstoffgas als Molekül vorliegt, und verhalf der Chemie zu richtigen Summenformeln. Er fand ein Darstellungsverfahren für Carbonsäuren und Alkohole aus den entsprechenden Aldehyden und untersuchte die Photochemie von Santonin.

Mehr dazu
Leben

Cannizzaro wurde 1826 in Palermo als Sohn des Magistrats Mariano Cannizzaro, der ab 1826 Generaldirektor der Polizei und ab 1827 Präsident des Rechnungshofs von Sizilien war, und Anna Di Benedetto geboren. Als jüngstes von zehn Kindern der Familie lernte er zum Teil zu Hause, zum Teil im städtischen Gymnasium von Palermo und nach dem Tod seines Vaters an der königlichen Internatsschule Carolina Calasanzio Grammatik, Rhetorik, Poesie, Philosophie, Mathematik und Geographie.
Er erhielt bereits mit 15 Jahren eine Auszeichnung in Mathematik. Bei einer Cholera-Epidemie 1837 verlor er zwei Brüder und wurde selbst infiziert. Cannizzaro studierte zwischen 1841 und 1845 Medizin in Palermo, mit 19 Jahren hatte er bereits drei wissenschaftliche Arbeiten veröffentlicht. Im Jahr 1845 wurde er Assistent in Pisa bei Raffaele Piria, der die Salicylsäure, einen schmerzlindernden Bestandteil der Weidenrinde, isoliert hatte. Er war eng mit Cesare Bertagnini befreundet, einem anderen Assistenten von Piria, der die Reaktion von Aldehyden mit Alkalisulfit entdeckt hatte.
1847 nahm Cannizzaro an der Aufstandsbewegung Garibaldis zur Einigung Italiens teil. Er wurde Artillerieoffizier und jüngster Abgeordneter der Bewegung. Der Aufstand wurde niedergeschlagen und Cannizzaro flüchtete nach Marseille, da er 1849 in Messina in Abwesenheit zum Tode verurteilt worden war. Er verbrachte drei Jahre in Paris und setzte seine chemische Ausbildung im Labor von Eugène Chevreul fort. In Paris beschäftigte sich Cannizzaro zusammen mit François Stanislas Cloez mit der Synthese von Cyanamid. 1851 kehrte er nach Italien zurück; zunächst bekam er eine Anstellung als Professor in Alessandria.
1851 wurde er Professor für Physikalische Chemie am Collegio Nazionale in Alessandria. Cannizzaro sorgte für eine…

Werk

Cannizzaro-Reaktion
Im Hause Bertagninis in Pisa fand er, dass aus Benzaldehyd im alkalischen Medium Benzylalkohol und Benzoesäure entstehen. Diese Reaktion wurde als Cannizzaro-Reaktion nach ihm benannt. 50 Mol-% des Benzaldehyds werden zu Benzylalkohol reduziert, die anderen 50 Mol-% werden zu Benzoesäure oxidiert. Durch Destillation des Benzylalkohols konnte er den ersten aromatischen primären Alkohol gewinnen. Seine Arbeit wurde 1853 in Liebigs Annalen veröffentlicht.

Arbeiten über das Atomgewicht
Wegweisend war Cannizzaros Bedeutung durch eine klare Herausarbeitung von Atomgewicht und Molekulargewicht. Bereits der italienische Physiker Amedeo Avogadro hatte 1811 die Hypothese veröffentlicht, dass gleiche Volumina eines beliebigen Gases bei identischen Druck- und Temperaturbedingungen die gleiche Anzahl von Teilchen enthalten (siehe Avogadrosches Gesetz und Avogadro-Konstante). Avogadro unterschied bei Teilchen in der Gasphase zwischen Atomen (molécules élémentaires) und Molekülen (molécules intégrantes) und vermutete, dass Atome in der Gasphase nicht einzeln vorliegen, sondern als gepaarte Atome. Diese Ideen waren lange Zeit in Vergessenheit geraten.
Der einflussreiche Chemiker Jöns Jakob Berzelius führte den Begriff des Atoms ein. An die Stelle des von Avogadro geprägten Begriffes von elementaren Molekülen setzte er den Begriff des Atoms. Durch den Namensaustausch wurde jedoch eine Quelle für spätere Verwirrungen geschaffen. Das Atom war für ihn ein elementares und ungebundenes Teilchen. Für elementare Gase wie Wasserstoff bedeutete dies, dass sie ebenfalls ungebunden im Gasraum vorliegen. Nach der Molekültheorie von Berzelius waren Moleküle teilbare Stoffe, so dass sich damals eine falsche Vorstellung über Moleküle und Atome im Gasraum bildete. Zur weiteren…

Auszeichnungen und Ehrungen

Für die von ihm entdeckte Methode zur Bestimmung der Atomgewichte aus der spezifischen Wärme flüchtiger Stoffe erhielt er die Copley-Medaille der britischen Royal Society. Deren auswärtiges Mitglied war er seit 1889.
1864 wurde er Mitglied der Accademia dei XL und der Accademia delle Scienze di Torino, 1871 wurde er zum Senator ernannt, ab 1873 war er ordentliches Mitglied der Accademia dei Lincei in Rom, ab 1888 korrespondierendes Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften und ab 1889 auswärtiges Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Am 10. Oktober 1889 wurde er zum ausländischen korrespondierenden Mitglied der Wiener k.k. Akademie der Wissenschaften gewählt. 1889 wurde er als korrespondierendes Mitglied in die Russische Akademie der Wissenschaften in Sankt Petersburg und 1894 in die Académie des sciences in Paris aufgenommen. 1895 wurde er assoziiertes Mitglied der Académie royale des Sciences, des Lettres et des Beaux-Arts de Belgique und 1897 Ehrenmitglied (Honorary Fellow) der Royal Society of Edinburgh. 1903 war er Gründungspräsident der Società Chimica Italiana, die 1926 eine Centenarfeier durchführte.
In Palermo, Vittoria und Rom sind naturwissenschaftliche Gymnasien nach ihm benannt. Das 1924 von Ferruccio Zambonini, Ottorino De Fiore und Guido Carobbi erstbeschriebene Mineral Cannizzarit wurde nach ihm benannt. 1970 wurde der Mondkrater Cannizzaro nach ihm benannt. Die Società Chimica Italiana vergibt zu Ehren Cannizzaros die Medaglia d’Oro Stanislao Cannizzaro. Die European Chemical Society zählt Cannizzaro zu den 100 angesehensten europäischen Chemikern.

Werke

Sunto di un corso di filosofia chimica, Genova, 1858.
Sketch of a course of chemical philosophy. Livingstone, Edinburgh 1947 (englisch, beic.it).
Scritti intorno alla teoria molecolare ed atomica ed alla notazione chimica, „Lo Statuto“ (Palermo), 1896.
Scritti vari e lettere inedite nel centenario della nascita, Roma, 1926.

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Fotos
Stanislao Cannizzaro Stanislao Cannizzaro Stanislao Cannizzaro Stanislao Cannizzaro Stanislao Cannizzaro Stanislao Cannizzaro

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38.11566 N · 13.36126 E

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