Karte › Natur › città metropolitana di Catania
Der Ätna ist mit rund 3403 Meter (2024) über dem Meeresspiegel der höchste aktive Vulkan Europas. Er liegt auf der italienischen Insel Sizilien in der Verwaltungseinheit der Metropolitanstadt Catania. Im Juni 2013 hat die UNESCO den Ätna in die Liste des Weltnaturerbes aufgenommen. Der Ätna gehört zu den aktivsten Vulkanen der Welt.
Im Italienischen heißt der Vulkan Etna (Maskulinum). Die lokale Bevölkerung bezieht sich auf den Vulkan aber im Femininum, das sich erhalten hat aus der antiken Magna Graecia, als der Name der sizilischen Nymphe Αἴτνη (Aitne) auf den Berg übertragen wurde. Der Name wird etymologisch in der Regel aus dem indogermanischen *aidh- („brennen“) hergeleitet. Da die Lautverschiebung des „dh“ zu „t“ weder aus der Sprachgeschichte des Griechischen (Name altgriechisch Αἴτνη Aitnē) noch aus der des West-Italischen hergeleitet werden kann, wird vermutet, dass das Wort der älteren Sprachschicht der ursprünglichen Bewohner Siziliens (Sikanen) vor der Besiedlung durch die Griechen entstammt. In der Umgangssprache hat der Ätna auch den Namen „Mongibello“, abgeleitet aus lateinisch „mons“ (davon italienisch „monte“) und arabisch „djebel“ (جبل), was beides einfach „Berg“ bedeutet.
Der Ätna, dessen vulkanische Produkte eine Fläche von etwa 1170 Quadratkilometern und ein Volumen von rund 530 Kubikkilometern einnehmen, ist Europas größter tätiger Vulkan. Der nach allen Seiten hin freistehende Berg erhebt sich bis auf die dreifache Höhe der ihn umgebenden Gebirgszüge. Naturgemäß bleibt seine Höhe nicht konstant. Sie liegt je nach den Folgen der vorangegangenen Aktivität zwischen 3300 und 3403 Metern.
Der Ätna hat vier Gipfelkrater:
den Hauptkrater,
den direkt daneben liegenden Krater „Bocca Nuova“ (neuer Schlund) von 1968 sowie
den Nordostkrater von 1911 und
den Südostkrater von 1979, die etwas abseits des Hauptkraters liegen.
Der Ausstoß von Lava bei einem Ausbruch erfolgt aber meistens nicht über die Gipfelkrater, sondern an den Flanken des Bergkegels. Im Laufe der Jahrtausende haben sich dadurch mittlerweile etwa 400 Nebenkrater gebildet, wie 1892 die Silvestri-Berge.
Der Ätna liegt in einer Zone hoher vulkanischer und seismischer Aktivität, die durch die Subduktion der afrikanischen unter die europäischen Kontinentalplatten verursacht wird. Andere Beispiele für von diesem tektonischen Prozess hervorgerufenen Vulkanismus sind der Vesuv und die Liparischen Inseln. Während die Geohistorie des Gebietes im Detail unklar ist, erscheint es als sicher, dass sich die vulkanische Aktivität in Sizilien seit dem mittleren Pleistozän auf den Bereich des heutigen Ätnas am Schnittpunkt dreier Bruchlinien der erwähnten Subduktionszone konzentriert.
Hier entstand vor etwa 500.000 Jahren der Ätna. Damals begann der Vulkanismus im Bereich des heutigen Ätna. Die vulkanischen Aktivitäten erstreckten sich über einen Zeitraum von rund 300.000 Jahren und dauern bis heute an. Die vulkanische Tätigkeit begann zunächst mit submarinen Vulkanausbrüchen, die Hyaloklastite und Kissenlaven produzierten. Der Festlandssockel, auf dem sich heutzutage der Ätna erhebt, war zu dieser Zeit eine große Meeresbucht. Erst später hob sich das Land.
Der Aufbau des eigentlichen Stratovulkan-Komplexes jedoch begann erst vor etwa 100.000 Jahren. Das ältere Mongibello-Stadium, in dem der ältere Teil des heutigen Ätna entstand, wird im ausgehenden Pleistozän vor etwa 10.000 bis 8000 Jahren angesetzt. Das jüngere Mongibello-Stadium des heute noch tätigen Vulkans begann vor spätestens 3000 Jahren. Diese Zeitangaben beruhen überwiegend auf Radiokohlenstoffdatierungen von verschütteten organischen Materialien.
Der heutige Ätna liegt dabei einem isostatisch aufsteigenden Sockel aus Sedimenten auf, die kreidezeitlichen bis quartären Alters sind.
Sie werden auf der Nordwest-Flanke des Berges erst in 1150 bis 1300 Meter Meereshöhe von Vulkaniten überdeckt. Demnach beträgt die relative…
Der Ätna ist ständig aktiv. In der folgenden Aufstellung sind die wichtigsten Ausbrüche des Ätna dargestellt.
Vor unserer Zeitrechnung
Geologische Untersuchungen wiesen eine gewaltige Eruption des Ätnas um 1500 v. Chr. nach. Laut Diodorus Siculus veranlasste ein Ausbruch des Ätna vor dem Troianischen Krieg die Sikaner, den Osten Siziliens zu verlassen und sich ins Landesinnere zurückzuziehen. Die ehemals sikanischen Siedlungsplätze sollen danach Sikeler eingenommen haben, die vom italienischen Festland einwanderten. Giuseppe Gemellaro datierte Mitte des 19. Jahrhunderts diese Eruption in das Jahr 1226 v. Chr. Aber bereits George F. Rodwell bezeichnete diese Berechnung – sowie von Gemellaro angegebene Daten zweier angeblicher Eruptionen im 12. Jahrhundert v. Chr. – 1878 als „wertlos“, da ausschließlich auf Auswertungen antiker Mythen basierend. Die modernere archäologische Forschung fand heraus, dass sich um die Mitte des 13. Jahrhunderts v. Chr. an der Ostküste Siziliens ein einschneidender kultureller Bruch ereignete, der mit der Ankunft der Sikeler zu verbinden ist. Ob damit auch der Ausbruch, den Diodorus Siculus schildert, in die Mitte des 13. Jahrhunderts v. Chr. zu datieren ist, muss offen bleiben, da andere antike Quellen keinen zeitlichen Zusammenhang einer Ätna-Eruption mit der Einwanderung der Sikeler nennen.
Der exzentrische Ausbruch (Monpilieri, südlich Nicolosi) von 693 v. Chr. ist die erste schriftlich überlieferte Eruption des Ätna. Bei diesem Ausbruch wurde die 729 v. Chr. gegründete Stadt Catania zum ersten Mal zerstört. Weitere erwähnenswerte Ausbrüche sind aus den Jahren 475, 425 und 394 v. Chr. bekannt.
In römischer Zeit sind größere Ausbrüche in den Jahren 350, 141, 135 und 126 v. Chr. überliefert.
Fürs Jahr 122 v. Chr. wurde ein explosiver…
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