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Wer das war
1840–1922 · scrittore italiano (1840-1922) · Casa Museo Giovanni Verga · Catania
Giovanni Verga war ein italienischer Schriftsteller und einer der Hauptvertreter des Verismus, des italienischen Naturalismus. Seine Hauptwerke sind die Romane Die Malavoglia (1881) und Mastro-Don Gesualdo (1889) sowie die Novellensammlungen Landleben (1880) und Bauernnovellen (1883).
Giovanni Verga war der älteste Sohn von Giovanni Battista Verga und dessen Ehefrau Caterina di Mauro und entstammte einer wohlhabenden Familie Siziliens. Mit elf Jahren wurde Verga von seinem Verwandten Antonio Abate, einem Schriftsteller und Revolutionär des Risorgimento, aufgenommen. Dessen Patriotismus als ehemaliger Carbonaro, aber auch sein Cousin Domenico Catorina, beeinflussten ihn nach eigener Aussage sehr.
Verga begann Rechtswissenschaft an der Universität Catania zu studieren, doch konnte er bereits während dieses Studiums mit seinem ersten Roman Amore e patria erfolgreich debütieren. Dies veranlasste ihn sein Studium abzubrechen und nur noch als Schriftsteller zu arbeiten. Nach längeren Vorarbeiten entstand 1861 der historische Roman I Carbonari della montagna und 1863 der Roman Sulle lagune.
1920 wurde er zum Senator des Königreichs Italien ernannt. Außerdem war er Commendatore (Komtur) des Ritterordens der hl. Mauritius und Lazarus und Ufficiale (Offizier) des Ordens der Krone von Italien.
Vergas literarisches Schaffen folgt einer unverfälschten Darstellung des Wahrgenommenen und gab diesem Stil den Namen Verismus („vero“ – „wahr“); mit Luigi Capuana war Verga einer der wichtigsten Vertreter. Im Gegensatz zum Naturalismus in der französischen Literatur (beispielsweise Émile Zolas Rougon-Macquart-Zyklus) zeichnet sich der Verismus durch eine pessimistische Anthropologie und eine Weltsicht ohne Mythologisierung aus.
Vergas Debüt Amore e patria sowie sein zweiter Roman I carbonari della montagna thematisieren den Kampf der Carbonari gegen die Herrschaft Napoléons bzw. seines Vertreters vor Ort, des Marschalls von Frankreich, Joachim Murat. Der Roman Sulle lagune beschäftigt sich mit den sentimentalen Verwicklungen eines österreichischen Besatzungsoffiziers und einer jungen venezianischen Frau. Nebenbei wird auf dramatische Weise der Beginn der Unabhängigkeit Italiens erwartet.
In Romanen wie Nedda rückt das bäuerliche Sizilien in den Blickpunkt des catanesischen Schriftstellers. Erst mit seinen in den 1880er Jahren verfassten Novellensammlungen Vita dei campi (1880) und Novelle rusticane (1883) schaffte Verga seinen literarischen Durchbruch. Seine Novelle Cavalleria rusticana wurde in der Opernadaption von Pietro Mascagni zu einem großen Publikumserfolg.
Mit I vinti (Die Besiegten) begann Verga einen episch breiten, auf fünf Teile angelegten Romanzyklus, von dem aber nur die ersten beiden Bände I Malavoglia und Mastro-Don Gesualdo zur Veröffentlichung gelangten. Von dem Folgeroman La duchessa di Leyra existiert lediglich ein erstes Kapitel; L’onorevole Scipione und L’uomo di lusso sind gänzlich Projekt geblieben.
Seine naturalistische Betrachtungsweise wird auch bei den Krankheitsdarstellungen in Novellen wie Malaria (1883) und Quelli del coléra (1884)…
Romane (Auswahl)
Eva, 1873
Eva. Ins Deutsche übertragen von Mizi Stein. H. Dominicus, Prag 1897 (Google Books).
Eros, 1875
Eros. Aus dem Italienischen übersetzt von Hans von Vintler. Triester Zeitung, Triest 1876 (Google Books).
Eros. Roman. Aus dem Italienischen übersetzt von H. Katz. Hillger, Berlin 1898.
Tigre reale, 1875
Königstigerin. Autorisierte Übersetzung aus dem Italienischen von Katharina Breuning. Engelhorn, Stuttgart 1897 (Google Books).
I Malavoglia,1881
Die Familie Malavoglia: Sizilianische Fischer. Roman. Ins Deutsche übertragen von Charlotte Sauer. Heyne, Dresden 1940.
Die Malavoglia. Eine Geschichte von sizilianischen Fischern. Übersetzt und mit einem Nachwort versehen von René König. Büchergilde Gutenberg, Zürich 1945. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1988. Insel, Frankfurt a. M. 2001.
Die Malavoglias. Eine sizilianische Dorfgeschichte. Übersetzt aus dem Italienischen von Ruth Macchi. Aufbau, Berlin 1953.
Die Malavoglia. Roman. Aus dem Italienischen neu übersetzt von Anna Leube. Mit einem Nachwort von Roberto Saviano. Klaus Wagenbach, Berlin 2022, ISBN 978-3-8031-3346-5.
Il marito di Elena („Elenas Gatte“), 1882
Ihr Gatte. Roman. Autorisierte Bearbeitung nach dem Italienischen von Isolde Kurz. Engelhorn, Stuttgart 1885 (Google Books).
Mastro-Don Gesualdo, 1889
Meister Motta. Roman. Aus dem Italienischen von Adele Berger. Otto Janke, Berlin 1894 (Google Books).
Don Gesualdo. Übersetzt aus dem Italienischen von Charlotte Sauer. Aufbau, Berlin 1955. Weltbild, Augsburg 2005.
Mastro-Don Gesualdo. Roman. Aus dem Italienischen übertragen von Marlis Ingenmey. Droste, Düsseldorf 1960. Wagenbach, Berlin 1998.
Dal tuo al mio, 1906
Erst mein, dann dein. Roman. Autorisierte Übersetzung von Josephine Kunkel. Reclam, Leipzig 1907.
Novellen (Auswahl)
Nedda, 1874
Vita…
1916 – Tigre reale – Regie: Giovanni Pastrone – Stummfilm nach dem gleichnamigen Roman
1948 – Die Erde bebt (La terra trema) – Regie: Luchino Visconti – nach dem Roman "I Malavoglia"
1953 – Die Wölfin von Kalabrien (La lupa) – Regie: Alberto Lattuada – nach der gleichnamigen Novelle
1953 – Sizilianische Leidenschaft (Cavalleria rusticana) – Regie: Carmine Gallone – nach der gleichnamigen Oper
1993 – Zeffirellis Spatz (Storia di una capinera) – Regie: Franco Zeffirelli – nach dem gleichnamigen Roman
1969 – L'amante di Gramigna – Regie: Carlo Lizzani – nach der gleichnamigen Novelle
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